Zum Inhalt
Menü

Prioritäten setzen: 6 Methoden im Vergleich

Von Redaktion todocompass, Stand 7. November 2026

Prioritäten setzen heißt entscheiden, was zuerst kommt und was warten kann. Welche Methode dabei hilft, hängt von deinem Problem ab: Wirkt alles gleich wichtig, trennt die Eisenhower-Matrix Wichtiges von Dringendem. Ist die Liste einfach zu lang, begrenzt die 1-3-5-Regel die Zahl der Aufgaben pro Tag.

Welche Methode passt zu dir?

Entscheidungshilfe Priorisieren

Drei Fragen zu deiner Lage, dann siehst du, welche der sechs Methoden passt.

Frage 1 von 3Was ist dein Problem beim Priorisieren?
Deine Antworten stehen nur im Link. Wir speichern nichts.
Hände sortieren Haftnotizen in eine Vier-Felder-Matrix, daneben Küchentimer und Kompass

Die sechs Methoden im Vergleich

MethodeHilft, wennPrinzipAufwandBelegstand
Eisenhower-MatrixAlles wirkt gleich wichtigWichtig und dringend in vier Feldern trennen10 Minuten am MorgenKeine Studie zur Matrix selbst gefunden
ABC-AnalyseIch weiß nicht, was am meisten bringtAufgaben in A, B und C einteilen10 MinutenFür Aufgaben nicht untersucht
1-3-5-RegelDie Liste ist viel zu lang1 große, 3 mittlere, 5 kleine Aufgaben pro Tag5 MinutenFaustregel, nicht untersucht
Eat the FrogIch schiebe die große Aufgabe vor mir herDie unangenehmste Aufgabe zuerstsofortFaustregel, nicht untersucht
Ivy-Lee-MethodeIch fange zu viel gleichzeitig anHöchstens 6 Aufgaben, in fester Reihenfolge5 Minuten am AbendAnekdote, nicht untersucht
ALPEN-MethodeIch verplane mich ständigLänge schätzen, Puffer lassen, dann entscheiden10 Minuten am MorgenFaustregel, nicht untersucht

6 Methoden zum Priorisieren. Quelle: Redaktion todocompass, Stand 2026-11-07. Belegstand nach eigener Quellenprüfung.

Eine Studie, die eine dieser Methoden für Aufgabenlisten prüft, haben wir nicht gefunden. Das macht sie nicht wertlos. Es heißt nur, dass du selbst ausprobieren musst, welche bei dir trägt. Eine Woche reicht dafür meistens.

Eisenhower-Matrix: wenn alles gleich wichtig wirkt

Du stellst bei jeder Aufgabe zwei Fragen: Ist sie wichtig? Ist sie dringend? Daraus ergeben sich vier Felder mit je einer Handlung: sofort erledigen, einen Termin setzen, abgeben, streichen. Die Matrix hilft vor allem dabei, Wichtiges und Dringendes zu trennen. Im Alltag verschwimmt beides ständig. Der Name geht auf eine Rede von Dwight D. Eisenhower von 1954 zurück, in der er einen früheren Hochschulpräsidenten zitierte. Die vier Felder kamen erst später dazu. Eine Matrix zum Ausfüllen mit deinen eigenen Aufgaben findest du auf der Seite zur Eisenhower-Matrix.

ABC-Analyse: wenn du nicht weißt, was am meisten bringt

Die ABC-Analyse kommt aus der Betriebswirtschaft und wurde später auf Aufgaben übertragen. Du sortierst deine Liste in drei Gruppen:

  • A: sehr wichtig, bringt am meisten. Machst du selbst und zuerst.
  • B: wichtig, aber es kann warten oder jemand anders kann es übernehmen.
  • C: Routine und Kleinkram. Bündeln, abgeben oder kurz halten.

Der Vorteil gegenüber Eisenhower: Es gibt nur eine Frage, nicht zwei. Der Nachteil: Dringlichkeit spielt keine Rolle, eine C-Aufgabe mit Frist morgen kann dir trotzdem um die Ohren fliegen.

1-3-5-Regel: wenn die Liste viel zu lang ist

Du nimmst dir pro Tag genau eine große, drei mittlere und fünf kleine Aufgaben vor, zusammen neun. Alles andere steht auf einer Später-Liste. Die Regel zwingt dich dazu, eine realistische Auswahl zu treffen, statt jeden Morgen 25 Punkte anzuschauen. Wer sie erfunden hat, ist nicht belegt, sie taucht in vielen Ratgebern ohne Urheber auf.

Eat the Frog: wenn eine große Aufgabe liegen bleibt

Der Frosch ist die eine Aufgabe, vor der du dich am meisten drückst. Du erledigst sie morgens zuerst, bevor du in Mails und Nachrichten versinkst. Das Bild wird oft Mark Twain zugeschrieben, stammt aber laut Quote Investigator ursprünglich von Nicolas Chamfort. Wie du das Schwerste zuerst angehst und was du tust, wenn der Frosch zu groß ist, steht auf der Seite zu Eat the Frog.

Ivy-Lee-Methode: wenn du zu viel gleichzeitig anfängst

Abends schreibst du höchstens sechs Aufgaben für morgen auf und bringst sie in eine Reihenfolge. Am nächsten Tag arbeitest du sie streng nacheinander ab. Was nicht fertig wird, kommt auf die Liste für den nächsten Tag. Um die Methode rankt sich eine Geschichte: Ivy Lee soll dafür 25.000 Dollar von einem Stahlunternehmer bekommen haben. Einen zeitgenössischen Beleg dafür haben wir nicht gefunden, die Geschichte ist eine Anekdote.

ALPEN-Methode: wenn du dich ständig verplanst

ALPEN steht für Aufgaben aufschreiben, Länge schätzen, Pufferzeiten einplanen, Entscheidungen treffen und Nachkontrolle. Der Kern: Du verplanst nur etwa 60 Prozent deiner Zeit und entscheidest erst danach, was heute wirklich passt. Am Ende stehen höchstens drei Tagesprioritäten. Wie du den Tag in fünf Schritten planen kannst, zeigt unsere Seite zur ALPEN-Methode mit einem Rechenbeispiel.

Methoden kombinieren

Die Methoden schließen sich nicht aus. Eine Kombination, die gut zusammenpasst: Abends mit Eisenhower oder ABC sortieren, daraus mit der 1-3-5-Regel die Auswahl für morgen treffen, und morgens den Frosch zuerst. Wichtig ist nur, dass du nicht mit allen gleichzeitig anfängst. Nimm eine, probier sie eine Woche aus, und nimm erst dann die nächste dazu. Feste Arbeitsphasen für die ausgewählten Aufgaben bekommst du mit der Pomodoro-Technik oder mit Time Blocking.

Weitere Methoden für Fokus und Planung findest du in der Übersicht der Zeitmanagement-Methoden.

Häufige Fragen

Was bedeutet Prioritäten setzen? Prioritäten setzen heißt entscheiden, was zuerst kommt und was warten darf oder ganz wegfällt. Das Ziel ist, das Richtige zuerst zu erledigen. Wie viel du insgesamt schaffst, ist dabei zweitrangig.

Wie funktioniert die ABC-Priorisierung? Du teilst deine Aufgaben in drei Gruppen: A ist sehr wichtig und machst du selbst und zuerst, B ist wichtig und kann warten oder abgegeben werden, C ist Routine oder Kleinkram. Die Idee stammt aus der Betriebswirtschaft.

Wie setze ich Prioritäten in meiner To-do-Liste? Markiere höchstens drei Aufgaben als Priorität für heute und erledige sie, bevor du an den Rest gehst. Welche drei das sind, entscheidest du mit einer Methode wie der Eisenhower-Matrix oder der ABC-Analyse.

Quellen