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Faktencheck: Zahlen über To-do-Listen

Von Redaktion todocompass, Stand 7. November 2026

Von acht oft zitierten Aussagen über To-do-Listen hält genau eine dem Blick in die Primärquelle voll stand: Einen Plan aufzuschreiben entlastet den Kopf. Drei sind teilweise richtig, zwei unbelegt und zwei falsch zugeordnet, darunter die bekannte Zahl, dass 41 % aller To-dos nie erledigt werden. Sie stammt aus Nutzerdaten einer einzelnen App.

Stand dieser Prüfung: 07.11.2026.

AussageUrteil
41 % aller To-dos werden nie erledigt.falsch zugeordnet
Wer Ziele aufschreibt, hat 42 % mehr Erfolg.teilweise richtig
Abhaken setzt Dopamin frei.unbelegt
Unerledigte Aufgaben bleiben besser im Gedächtnis (Zeigarnik-Effekt).teilweise richtig
Einen Plan aufzuschreiben entlastet den Kopf.belegt
„Eat the Frog“ stammt von Mark Twain.falsch zugeordnet
Ivy Lee bekam für seine Sechs-Aufgaben-Methode 25.000 Dollar.unbelegt
Dwight D. Eisenhower hat die Eisenhower-Matrix erfunden.teilweise richtig

Acht Aussagen, acht Urteile. Stand 07.11.2026. Begründung und Quellen zu jeder Aussage weiter unten.

So prüfen wir

Für jede Aussage suchen wir die Stelle, an der sie zuerst belegt sein müsste: die Studie mit DOI, den Originaltext, die Rede, die Zitatforschung. Ratgeber und Zeitungsartikel zählen nur als Beleg dafür, dass eine Aussage verbreitet ist. Eigene Experimente oder Umfragen machen wir nicht.

Daraus wird eines von vier Urteilen:

  • Belegt: Eine begutachtete Studie oder Primärquelle stützt die Aussage so, wie sie zitiert wird.
  • Teilweise richtig: Es gibt eine Quelle, aber sie sagt weniger oder etwas anderes, zum Beispiel über Ziele statt über To-do-Listen.
  • Unbelegt: Wir haben keine Quelle gefunden. Das heißt nicht, dass das Gegenteil bewiesen ist.
  • Falsch zugeordnet: Die Zahl oder das Zitat gibt es, aber es stammt von jemand anderem oder aus einem anderen Zusammenhang.

Findest du eine Primärquelle, die wir übersehen haben, schreib uns über die Kontaktdaten im Impressum. Ändert sich ein Urteil, steht das hier mit Datum.

Die acht Urteile zum Teilen

Aufgeschlagenes Notizbuch mit handgeschriebener Liste auf der Fensterbank, einige Punkte durchgestrichen

Belegt

„Einen Plan aufzuschreiben entlastet den Kopf.“

Urteil: belegt. In Versuchen von Masicampo und Baumeister (2011) lenkten unerledigte Ziele weniger ab, sobald die Teilnehmenden einen konkreten Plan dafür aufgeschrieben hatten. Wichtig ist das Wort konkret: Es geht um einen Plan, wann und wie du etwas erledigst, nicht nur um einen Stichpunkt.

Teilweise richtig

„Wer Ziele aufschreibt, hat 42 % mehr Erfolg.“

Urteil: teilweise richtig. Die Zahl geht laut Sekundärquellen auf eine nicht begutachtete Untersuchung von Gail Matthews zurück, die auf Selbstauskunft beruht. Sie betrifft Ziele, nicht To-do-Listen.

„Unerledigte Aufgaben bleiben besser im Gedächtnis.“ (Zeigarnik-Effekt)

Urteil: teilweise richtig. Eine Meta-Analyse von 2025 (Ghibellini und Meier) findet keinen allgemeinen Gedächtnisvorteil für Unerledigtes. Belegt ist eher die Neigung, unterbrochene Aufgaben wieder aufzunehmen.

„Dwight D. Eisenhower hat die Eisenhower-Matrix erfunden.“

Urteil: teilweise richtig. Eisenhower zitierte 1954 in einer Rede einen früheren Hochschulpräsidenten, der wichtige und dringende Probleme unterschied (Quote Investigator). Dass Eisenhower selbst mit einer Matrix aus vier Feldern gearbeitet hat, ist nicht belegt. Wie die Matrix funktioniert, steht bei den Methoden.

Unbelegt

„Abhaken setzt Dopamin frei.“

Urteil: unbelegt. Eine Studie, die Dopamin beim Abhaken einer Aufgabe misst, haben wir nicht gefunden. Das gute Gefühl beim Abhaken ist echt, die Begründung mit Dopamin ist eine Vereinfachung. Warum der Botenstoff oft falsch verstanden wird, erklärt Spektrum.

„Ivy Lee bekam für seine Sechs-Aufgaben-Methode 25.000 Dollar.“

Urteil: unbelegt. Die Geschichte wird oft erzählt, auch bei James Clear und Fortune. Einen zeitgenössischen Beleg für die Summe haben wir nicht gefunden. Sie ist eine Anekdote.

Falsch zugeordnet

„41 % aller To-dos werden nie erledigt.“

Urteil: falsch zugeordnet. Die Zahl stammt nicht aus einer Studie, sondern aus einer Auswertung von Nutzerdaten der App iDoneThis (Archivkopie des iDoneThis-Leitfadens). Sie sagt etwas über diese App aus, nicht über To-do-Listen allgemein. Weiterverbreitet hat sie unter anderem Entrepreneur.

„‚Eat the Frog‘ stammt von Mark Twain.“

Urteil: falsch zugeordnet. Für Mark Twain als Urheber haben wir keinen Beleg gefunden. Quote Investigator führt den Gedanken auf den französischen Schriftsteller Nicolas Chamfort zurück. Die Methode dahinter, die unangenehmste Aufgabe zuerst zu erledigen, findest du ebenfalls bei den Methoden zum Priorisieren.

Was du für deine eigene Liste mitnimmst

Die belastbare Aussage ist zugleich die nützlichste: Schreib für eine offene Aufgabe auf, wann und wie du sie angehst. Das entlastet laut Masicampo und Baumeister auch dann, wenn die Aufgabe noch nicht erledigt ist.

Die Methoden mit unsicherer Herkunftsgeschichte kannst du trotzdem nutzen. Die Eisenhower-Matrix trennt Dringendes von Wichtigem, auch wenn die vier Felder nicht nachweislich von Eisenhower stammen. Die Ivy-Lee-Methode mit sechs Aufgaben für morgen funktioniert ohne die 25.000 Dollar. Weitere Auswertungen, etwa was To-do-Apps kosten, stehen unter Daten und Studien. Wie du eine To-do-Liste erstellst, die du auch abarbeitest, erklärt der Ratgeber.

Häufige Fragen

Ist „Eat the Frog“ von Mark Twain? Einen Beleg für Mark Twain als Urheber haben wir nicht gefunden. Quote Investigator führt den Gedanken auf den französischen Schriftsteller Nicolas Chamfort zurück.

Stimmt die Geschichte, dass Ivy Lee für seine Methode 25.000 Dollar bekam? Einen zeitgenössischen Beleg für die Summe haben wir nicht gefunden. Die Geschichte ist eine Anekdote. Die Methode selbst, sechs Aufgaben für den nächsten Tag aufzuschreiben, kannst du trotzdem nutzen.

Quellen